Curriculum

Christiane Lenz geboren 1955 in Bern.

Ausbildung
Ausstellungen
Ankäufe
Auszeichnung
Gruppenausstellungen
Persönliches

 

Gestalterische Aus- und Weiterbildung

  • Zeichnen bei Ueli Schwarz
  • Diverse Kurse an der Schule für Gestaltung Zürich
  • BFF, Bern
  • Stage beim Papierschöpfer Daniel Oberholzer
  • Eigenes Lernen , Experimentieren und Üben
  • Mitglied visarte Biel

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Einzelausstellungen (Auswahl):

1991 Galerie GSMBK,Bern
1998 Galerie Kurt Schürer, Biel
2002 Galerie alte Krone, Biel
2011 Voirie, Biel
2012 Arbeitskreis für Zeitfragen, Biel
Joli mois de mai, Jahresausstellung visarte Biel
2013 Joli mois de mai, Jahresausstellung visarte Biel
2014 Joli mois de mai
Galerie 9a-Stauffacherplatz, Bern
2015 artundweise Kunst und Denkraum, Bern

Installationen in der Stadtkirche Biel, Heiliggeistkirche Bern, Berner Münster, Kunsthaus Langenthal.

Seit 1996 diverse Installationen zu Performances mit Musik und Tanz. U.a. mit Uschi Janowsky, Silvia Gwerder, Kjell Keller, Reto Weber, Hans Koch, Paul Giger, Pudi Lehmann, Daniel Glaus, Katharina Weber.

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Öffentliche Ankäufe

  • Centre de télécommunication, Neuchâtel
  • Kirchgemeindehaus Matthäus, Bern
  • Alters und Pflegeheim, Laupen
  • Arbeitsstelle Kirche im Dialog, Bern

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Auszeichnung

1992 Kunstpreis des Rotaryclubs Ostschweiz

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Gruppenausstellungen (Auswahl)

1986 Textil‘ 86, Ausstellung des Kantons Bern, Kornhaus Bern
1989 2e exposition nationale de patchwork contemporain suisse, Neuchâtel
1990 VI. Biennale der Textilkunst, Krefeld, Mulhouse, Bern
1992 Galerie Greuterhof, Islikon
1993 Galerie del Mese/Fischer, Europäische Patchwork/Quilts, Meisterschwanden
1994 Internationale Handwerksmesse, Sonderschau
Gestaltendes Handwerk, München
1995 Galerie filambule, petits dialogues, Lausanne
1996 Arbeitsstelle Kirche im Dialog, Bern
1999 Weihnachtsausstellung des Kunstvereins, Biel
2000 Triennale der Textilkunst, Max Berk-Museum, Heidelberg, Ulm, St.Gallen
Im Wind, Kunsthaus Langenthal
2001 Hochwasser, Kunsthaus Langenthal
2002 Weihnachtsausstellung Centre Pasqu’Art, Biel
2011 Weihnachtsausstellung Cantonale Berne-Jura, Centre Pasquart, Biel
2013 Osteraustellung Stadtkirche Biel: Vom Boden aus.
2015 Osterprojekt Stadtkirche Biel

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Persönliches

Ich lebe seit 20 Jahren in Biel, bin verheiratet und habe drei erwachsene Kinder. Die Teilzeitarbeit als Pflegefachfrau ergänzt meinen Lebensunterhalt und konfrontiert mich immer wieder handfest mit Lebensrealitäten von andern Menschen, mit Schmerz und Vergänglichkeit.

Eine rebellische Ader lässt mich immer wieder Umwege – oft sehr interessante Umwege – machen. Meine gestalterische Aus- und Weiterbildung ist deshalb ein Patchwork-in-Progress.

Zeichnen bei Ueli Schwarz, Kurse an der Schule für Gestaltung in Zürich, der BFF in Bern, eine Stage bei einem Papierschöpfer, Dazu immer wieder das aufmerksame Hinschauen und Lernen: In Ausstellungen, in der Natur, im Alltag.

Und natürlich ständig eigenes Experimentieren und Üben.

Von Anfang an spielten Secondhand-Materialien, Abfallprodukte aus der Natur oder der Gebrauchswelt eine zentrale Rolle. Materialien, die schon eine Geschichte in sich tragen. Gebrauchte Stoffe, Altpapier, Erde, Blätter, Schrott.

Meine Themen sind immer wieder: Wachstums- und Verfallsprozesse, Geschichte und meine/unsere Bewegungen darin. Unscheinbares, Alltägliches und das was dahinter, darunter steht.

Diese Interessen bestimmten auch immer wieder meine Techniken. Die Auseinandersetzung mit meiner Geschichte setzte ich in grosse, handgenähte Quilts um. Später wurde der Umgang mit Stoffen freier. Die physische Nähe von Gewebe zur menschlichen Haut und damit zu „Frauendomänen“ wie Krankenpflege, Kinder- und Altenbetreuung, Waschen, Flicken usw. beschäftigte mich. Später kam das Papier, mit verschiedensten Aspekten. Die Feststellung, dass Papierarbeiten im Kunstbetrieb sehr viel mehr Anerkennung geniessen, eröffnete auch wieder spannende Fragen, die mich weiterführten zu Erde, Fallholz. Dann auch zur Zusammenarbeit mit Tänzerinnen und MusikerInnen. Nach 2004 geriet ich in eine Art Lebens- und Schaffenskrise in welcher der Kunstbetrieb, aber auch die Materialfülle in meinem Atelier lähmend wirkten. Ich machte dann wieder mal Umwege in Form von sehr langen Wanderungen (z.B. von Biel bis an den Atlantik) und einer Ausbildung in Kinesiologie. Alles Tätigkeiten, bei denen ich fast kein Material, eigentlich nur meine eigenen Kräfte brauche. – Eine grosse Befreiung.

Die Beschränkung führte mich zu spannenden Entdeckungen und schliesslich zu neuer Schaffenslust. Mit stark reduzierten Mitteln – nur Bleistft (Farbstift) und Papier- setze ich mich mit dem Boden unter meinen Füssen auseinander. Dies einerseits ganz nah: das kleine Fleckchen Boden, auf dem ich stehe, die Risse, Flecken; andererseits sind ja Kultur, Gesellschaft, Geschichte usw. auch eine Art Boden, und auch hier ist alles in Bewegung.

Wie wird meine Wahrnehmung beeinflusst durch das Tempo, den Rhythmus meiner Fortbewegung? Was ist langsam, was schnell? Wer beurteilt das? Weshalb unterziehen wir uns so oft diesem Urteil? Zunehmend begreife ich wie viel subversive Kraft in der Langsamkeit, der Verweigerung von Geschwindigkeit als Mass aller Dinge, steckt. Sie erlaubt mir, die kleinen Teile zu sehen, aus denen das Grosse besteht.

Nach vielen Zeichnungen entstand in dieser Zeit die Installation „GRANA“, die 2013 in der Stadtkirche Biel im Rahmen der Osterwoche „vom Boden aus „ zu sehen war.

Momentan schaue ich nach oben. Im Entstehen ist eine Serie von Zeichnungen mit dem Arbeitstitel „Über meinem Kopf“. Auch hier versuche ich ganz von meiner eigenen Position auszugehen und von da aus Beziehungen, Verwandtschaften und Konflikte zum lebendigen Andern auszuloten.

 

Christiane Lenz / 15. Juli 2015

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